Neue Ufer

Jetzt, wo ich in Wismar wenige Tage Ruhe gefunden habe, bin ich – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – an einem neuen Ufer angekommen. Und ich werde es langsam angehen lassen dort. Meine Seele ist wund.

Und so werde ich meine Reise, die während des ganzen Sommer ein ständiges „Vorwärts“ war, nun auch auf die Wintermonate einrichten. Bald wird es kalt, und ich werde eine feste Bleibe brauchen und zumindest einen Ort mit beheizbarem Refektorium. Noch besser wäre – welche ein Traum – zusätzlich ein beheizbares Skriptorium. – Wir werden sehen.

Auf jeden Fall ist bald ein halbes Jahr vergangen und ich werde Nantelmus einen grossen Zwischenbericht schreiben müssen. Und auch wollen, denn auch ich muss wissen, dass mein Wundern und Wandern, mein Rennen und Rätseln auch Sinn und Zweck haben. Wir haben vereinbart, dass ich nach Martini aber noch vor Weihnachten beim Bischof von Bremen vorstellig werden soll. Und ich vermute, dass ich dort auch Neuigkeiten aus der Heimat erhalte.

Dem hiesigen Pfarrer, bei dem ich mit Nikolaus vor einigen Wochen eingekehrt war, habe ich nochmals versichert, dass ich ihm „in der besagten Sache“ von Lübeck aus bald ANchricht zukommen lassen werde. Und er versprach erneut, meine ANchricht an Niko verlässlich weiterzugeben.

Ich werde also morgen ein Schiff zurück nach Lübeck nehmen und dann nach einigen Studien und der Klärung des Anliegens der Witwe Friedmanns meine Reise über Hamburg nach Bremen antreten.

Und die Zeit drängt im Grunde schon wieder: Der Winter naht.

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