Palmarum

An der Maas und dem schönen Maastricht bin ich heute eingetroffen, nach einer langen Wanderung von Aachen her. Erneut treffe ich eine Stadt, die zwei Teile hat. Dies war ja schon in Verden so, aber auch Minden trägt diese Züge, vor allem mit der vorgelagerten Insel, und auch Münster.

Und Maastricht ist eine Handelsstadt, eine sehr alte zudem, wie ich soeben erfahren habe. Doch sie hat auch zwei Herren: Eben die Herzöge von Brabant, zu denen hin ich unterwegs bin. Und den Bischof von Lüttich, der in nur kurzer Entfernung im Süden von Maastricht seinen Sitz hat.

Den Gottesdienst zu Palmsonntag habe ich leider verpasst, und so werde ich mich alleine zurückziehen und für mich selbst ein – stilles – „Hosianna“ singen. Und

„benedictus qui venit in nomine domini… gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!“.

Und ich erinnere mich immer noch an Aachen und den Thron. Und den König.

Und selbst wenn ich noch einmal, wie zuletzt auch, Gewaltmärsche einlege, werde ich noch zwei Tage brauchen, bis ich dem Herzog von Brabant den Brief seiner Schwester übergeben kann.

So werde ich erneut noch vor Tagesanbruch aufbrechen, denn ich will einen Ort namens Sint-Truiden erreichen, ein uraltes Kloster soll es dort geben. Und es liegt – wie man mir sagte – genau auf halbem Weg nach Leuven.

 

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